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How to: neue Webseite

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Wer eine neue Website beauftragen will, beschäftigt sich meist zuerst mit Tools, Designs und Anbietern. Sinnvoller ist die umgekehrte Reihenfolge: erst das eigene Vorhaben klären, dann über die Umsetzung reden. Drei Fragen reichen dafür aus: Was soll die Seite erreichen, wer soll sie erreichen, und welches Budget ist realistisch. Dieser Text geht die drei Fragen durch und erklärt, warum jede davon die Antwort auf die nächste bestimmt.

Was soll die Seite erreichen?

Das ist die wichtigste Frage, und sie wird am häufigsten übersprungen. Eine Website ist kein Selbstzweck. Sie kann Anfragen bringen, etwas verkaufen, Informationen bereitstellen oder schlicht zeigen, wofür ein Unternehmen steht. Jedes dieser Ziele führt zu einer anderen Seite.

"Die alte Seite gefällt uns nicht mehr" ist übrigens ein legitimer Anlass, aber noch kein Ziel. Wer nur eine frischere Optik will und sonst keinen konkreten Grund hat, für den kann sogar ein einfacher Baukasten die ehrlichere Lösung sein als ein voll entwickeltes Projekt. Wer dagegen mit der Seite messbar etwas erreichen will, braucht Klarheit darüber, was genau. Das Ziel der Seite bestimmt den ganzen Rest: den Umfang, das System und das Budget.

Wie groß ist das Vorhaben wirklich?

Websites lassen sich grob nach Komplexität staffeln, und es hilft, das eigene Vorhaben ehrlich einzuordnen.

Am unteren Ende steht die Landingpage: eine einzelne Seite für ein Produkt, eine Kampagne oder ein Startup, das schnell sichtbar sein will. Das lässt sich mit überschaubaren Mitteln umsetzen.

Eine Stufe darüber liegt die volle Unternehmensseite mit mehreren Unterseiten, Team-Bereich, vielleicht einem Blog. Hier braucht es ein System, mit dem sich Inhalte sauber verwalten lassen, und ein Konzept, das über eine hübsche Startseite hinausgeht.

Am oberen Ende stehen Seiten mit eigener Logik: Mitgliederbereiche, Logins, individuelle Funktionen. Das ist keine Website mehr, sondern eine Web-App, und entsprechend anders fallen Aufwand und Kosten aus.

Zur ehrlichen Einordnung gehört auch die Pflege: Die meisten wollen ihre Inhalte später selbst anpassen können, und zwar nicht nur Blogartikel, sondern auch Texte und Überschriften auf der Seite. Eine Website ist kein Einmalprodukt, das nach dem Launch drei Jahre unangetastet stehen bleibt. Wer die Seite aktuell halten will, sollte von Anfang an klären, wie das später konkret funktioniert und wer es macht.

Welches Budget ist realistisch?

So unangenehm die Frage ist, sie gehört in jedes Erstgespräch. Ein Beispiel: Wer einen umfangreichen Blog mit Podcast-Einbindung und interaktivem Community-Bereich möchte, aber 1.000 Euro dafür ansetzt, wird auf jedem Weg scheitern. Ein Profi kommt mit dem Betrag nicht weit, Low-Code-Tools können ein solches Vorhaben nicht abbilden, und wer es mit KI-Tools selbst versucht, hat das Geld ausgegeben, bevor das Ergebnis zuverlässig funktioniert. Dann passt entweder das Vorhaben nicht zum Budget oder das Budget nicht zum Vorhaben, und genau das sollte man vorher wissen, nicht mittendrin.

Interessant ist, wie unterschiedlich Menschen bei diesem Thema kalkulieren. Wenn ein Elektrikerbetrieb die komplette Elektrik erneuert, wundert sich niemand über eine Rechnung von mehreren tausend Euro. Bei Websites löst derselbe Betrag regelmäßig Erstaunen aus, weil Baukästen und KI-Angebote den Eindruck erwecken, so etwas sei fast umsonst zu haben. Handwerk kostet aber in beiden Fällen das, was es kostet.

Die laufenden Kosten nicht vergessen

Der Angebotspreis ist nur ein Teil der Rechnung. Viele vermeintlich günstige Lösungen laufen auf Mietbasis: Die Seite kostet einen monatlichen Betrag, und wer nicht mehr zahlt, hat keine Seite mehr. Auf drei oder fünf Jahre gerechnet relativiert sich der günstige Einstieg schnell.

Dazu kommen Kosten, die auf keiner Rechnung stehen. Eine Seite, die auf dem Handy nicht funktioniert, langsam lädt oder Besucher nicht zur Anfrage führt, kostet laufend Umsatz, ohne dass es jemandem auffällt. Diese Opportunitätskosten sind schwer zu beziffern, aber real, und sie sind der Grund, warum die billigste Lösung selten die günstigste ist.

Fazit

Die drei Fragen bauen aufeinander auf: Das Ziel bestimmt den Umfang, der Umfang bestimmt das Budget, und aus allen dreien ergibt sich, welcher Umsetzungsweg passt. Wer sie vor dem ersten Gespräch mit einem Dienstleister beantworten kann, bekommt vergleichbare Angebote statt Schätzungen ins Blaue, und merkt außerdem schnell, ob das Gegenüber die richtigen Rückfragen stellt. Ein Dienstleister, der nicht zuerst nach dem Wofür fragt, ist ein Warnsignal.